Jean-Paul Schaaf (CSV)
Kandidat Chamber 2009
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Jean-Paul Schaaf
Joergang
1966
Berufflech Qualifikatioun
-
Ausgeübte Professioun
-
Uertschaft
-
Walkrees
Norden
Landeslëschteplaatz
-
(...) In diesen Fällen müssen die Bezugspersonen schnell und zuverlässig reagieren und Massnahmen einleiten können. Die aktuelle Internierungsregelung stösst hier an ihre Grenzen und ist für alle Betroffenen schmerzhaft. (...)
 
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Froen un Jean-Paul Schaaf
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Fro zum Thema Gesondheet
27.05.2009
Vum:

Guten Tag Herr Schaaf,
am 18.11.2006 sagte Herr Professor Wulf Rössler im Luxemburger Wort: "Es gibt noch eine Reihe Langzeitpatienten im CHNP, aber wir haben Probleme sie in angemessenen Wohnungen ausserhalb unterzubringen. Familienpensionen im Norden des Landes sind keine Alternative." Ich kenne einige Betroffene, die in solchen unbetreuten Pensionen oder auf Campingplätzen oder in anderen prekären Wohnsituationen leben müssen. Die Betreiber dieser Einrichtungen sind mit der ihnen zwangsweise auferlegten pädagogischen Betreuung vollkommen überfordert. Schlimmer noch: sie sind in Gefahr! Diese unbetreuten Patienten sind in ihrer Hilflosigkeit und ihrer Verbitterung eine Gefahr für sich und ihre Umwelt.
Aus internationalen Studien weiss die psychiatrische Fachwelt, dass die Gefahr eines Impulskontrollverlustes bei Langzeitpatienten in solchen unbetreuten Situationen sehr gross ist. Sie werden durch diese Umstände zu lebenden Zeitbomben. Wenn diesen Menschen dann auch noch die Aufnahme in den dafür vorgesehenen Kliniken des Landes verwehrt wird, potenziert sich ihre Verzweiflung, ihre Panik und ihre Amokbereitschaft noch um ein Vielfaches! Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um strukturelle Gewalt und Folter.
Was gedenken Sie, Herr Schaaf, in der nächsten Legislaturperiode zu tun um diese grosse Gefahr für die Bevölkerung speziell des Nordens zu beseitigen? Herr Professor Werner hat im Saarland die psychiatrische Anstalt aus menschenrechtsrelevanten Gründen abgeschafft. Werden Sie sich ebenfalls für diese Lösung einsetzen?
"Wer vor der Vergangenheit die Augen verschliesst wird nicht nur blind für die Gegenwart: er wird schlichtweg unfähig zur Zukunftsgestaltung. Auch in einer postmodernen Gesellschaft braucht Zukunft Erinnerung. Nur so sind Versöhnung, Vergebung, Heilung, Fortschritt möglich." (Ady Richard, Luxemburger Wort, 08.10.2007)
Hochachtungsvoll
, Psychologe im CHNP und Gründer der LGSP (Letzebuerger Gesellschaft fier Sozialpsychiatrie)
Äntwert vum Jean-Paul Schaaf
bis elo kengRecommandatiounen
30.05.2009
Jean-Paul Schaaf
Herrn fragt zwei Dinge:

1. ob ich der (ersatzlosen) Abschaffung der Psychiatrie, wie im Saarland, zustimmen würde. Ich würde das nicht. Die psychiatrische Akutbehandlung in den luxemburgischen Allgemeinkrankenhäusern ist ebenso notwendig wie die psychiatrische Rehabilitation im CHNP. Beides ist nicht abzuschaffen. Die aktuelle Ausrichtung der psychiatrischen Versorgung ist meines Erachtens auf dem richtigen Weg.
2. dadurch, dass die Frage gestellt wird, was man gedenkt zu tun, um der Gefahr Herr zu werden, welche von nicht betreuten psychiatrischen Patienten ausgehe, wird die erste Frage (Abschaffung der Psychiatrie), vom Fragesteller selbst negativ beantwortet. Pschychiatrische Erkrankung braucht Therapie und Begleitung. Es werden differenzierte Betreuungsmöglichkeiten gebraucht, vor allem mehr betreute Wohnplätze, offene Therapieplätze, Arbeitsplätze, ambulante Hilfsdienste und Langzeitbetreuung durch Bezugspersonen. Alle diese Massnahmen sind in die Wege geleitet. Es wird noch Jahre dauern bis sie in ausreichendem Masse zur Verfügung stehen.

Meiner Meinung nach fehlt es an einer gegebenfalls koerzitiven Betreuungsmöglichkeit. Alleine durch das Absetzen von Medikamenten kann es schnell zu einer Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit und der sozialen Integration kommen. Die eigene Gesundheit des Patienten und seines Umfeldes kann gefährdet sein. In diesen Fällen müssen die Bezugspersonen schnell und zuverlässig reagieren und Massnahmen einleiten können. Die aktuelle Internierungsregelung stösst hier an ihre Grenzen und ist für alle Betroffenen schmerzhaft.

Ebenfalls ist die weiter Dezentralisierung der psychiatrischen Betreuung voranzutreiben. Der Bericht von Professor Rössler weist darauf hin, und fordert z.B. auch eine Dezentralisierung ausserhalb der Umgebung Ettelbrücks, einem Ort der an die Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit angelangt ist.

Dieser Bericht liefert darüber hinaus die Grundlage für weitere Bemühungen der psychiatrischen Versorgung. Die in diesem Bereich arbeitenden Menschen sind in ihrer Arbeit und Bemühungen zu unterstützen.


Jean-Paul SCHAAF
député-maire
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Är Fro un Jean-Paul Schaaf
D'Froenfunktioun gouf entre-temps zou gemaach.