Sehr geehrter Herr

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Die Psychiatrie ist ein Bereich in dem wir als Grüne seit langem politisch aktiv sind, und die Reformen und Vorschläge der letzten Jahre in der Öffentlichkeit und im Parlament kritisch begleiten. Die grüne Gesundheitspolitik steht hier für ursachenorientierte Diagnostik, für Prävention und für Behandlungskonzepte, die das Recht auf Intimität und Selbstachtung der Patienten wahren und einer Ausgrenzung entgegenwirken.
In diesem Sinne wollen wir ein wissenschaftliches Beratungsgremium einsetzen, das die Dezentralisierungsreform begleitet und Leitlinien für Behandlungstherapien ausarbeitet. In unserem Wahlprogramm verpflichten wir uns ebenfalls im Falle der Regierungsverantwortung die Behandlung und Begleitung der Patienten in offenen Strukturen zu verstärken und ihre die Mitentscheidungsrechte im Bereich der Psychiatrie zu stärken. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Akutpsychiatrie und den dezentralen Strukturen wollen wir verbessern und psychotherapeutische sowie soziale und sozialpädagogische Therapieangebote ausbauen, die weniger auf die Verabreichung von Medikamenten setzen.
déi gréng fordern desweiteren einen ein Ombudsgremium für den psychiatrischen Bereich und wollen die Reform des CHNP weiterführen, die Infrastrukturen modernisieren und das das alte Gebäude ("Building") abreißen lassen. Die Situation welche Sie beschreiben, Herr

, entsteht hauptsächlich, weil momentan noch immer zu wenig Akzent auf die Prävention gesetzt wird, weil die betroffenen Personen viel zu spät richtig behandelt werden und auch die anschließende Rehabilitation zu spät ansetzt. Psychiatriepatienten sind aber nicht automatisch eine Gefahr für die Mitmenschen. Hier bedarf es weiterhin einer breiten Sensibilisierung der luxemburgischen Bevölkerung in Punkto Psychiatriepatienten und Krankheitsbilder um bestehende Vorurteile und unbegründete Ängste zu mindern. Und für die restlichen Fälle gilt: Hätten alle Betroffenen die ihnen angemessene medizinisch/therapeutische und sozialpädagogische Betreuung erhalten, dann wären sie in den aller meisten Fällen auch keine Gefahr für sich oder die Mitmenschen. Trotz einiger Fortschritte, bleiben viele Reformpunkte noch umzusetzen und viele Missstände noch zu beheben. Einerseits müssen wir die Individualbetreuung für Psychiatriepatienten stärker auszubauen, andererseits aber auch die Angehörigen stärker einbinden. Wir wollen mehr dezentrale Strukturen für betreutes Wohnen schaffen, da die bestehenden Strukturen momentan fast alle in oder um Ettelbrück angesiedelt sind und deshalb oft eine Rehabilitierung der Betroffenen in oder nahe ihrem bekannten Umfeld verhindern. Auch müssen sämtliche externen Strukturen in Zukunft besser koordiniert werden. Für Patienten welche nach einer Behandlung eigenständig wohnen und leben, muss das Angebot an psychiatrischer aber auch sozialpädagogischer Nachbehandlung und Begleitung zu Hause flächendeckend und in Bezug auf die Uhrzeiten ausgebaut werden. Damit kann man teils Rückfälle vermeiden und teils die Patienten so früh wie möglich wieder "auffangen". Professor Rössler schreibt übrigens in seinem neuesten Bericht (April 2009), dass diese Strukturen 24/24 Stunden funktionieren sollten.
Schlussendlich benötigen wir auch einen Ausbau der stationären, teilstationären und ambulanten Therapieplätze und -formen. Dies gilt besonders auch für die Kinder- und Jugendpsychiatrie wo wir vermeiden wollen, dass Kinder und Jugendliche aus Platz- oder Ressourcenmangel ins Ausland verfrachtet werden müssen.
mit besten Grüssen,