Marthy Thull (Déi Gréng)
Kandidatin Chamber 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Marthy Thull
Joergang
1955
Berufflech Qualifikatioun
-
Ausgeübte Professioun
Hausfra
Uertschaft
-
Walkrees
Norden
Landeslëschteplaatz
2
(...) Für "déi gréng" gibt es zwei grundsätzliche Lösungsansätze, und wir werden uns dafür einsetzen diese schnellsmöglich umzusetzen:


1.) Die Schaffung von betreuten Wohnstrukturen. d.h.: Wohngemeinschaften vun Langzeitpatienten mit Intensivbetreuung von qualifizierten Personal tagsüber. (...)
 
Froen un Marthy Thull
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Fro zum Thema Gesondheet
27.05.2009
Vum:

Guten Tag Frau Thull,
am 18.11.2006 sagte Herr Professor Wulf Rössler im Luxemburger Wort: "Es gibt noch eine Reihe Langzeitpatienten im CHNP, aber wir haben Probleme sie in angemessenen Wohnungen ausserhalb unterzubringen. Familienpensionen im Norden des Landes sind keine Alternative." Ich kenne einige Betroffene, die in solchen unbetreuten Pensionen oder auf Campingplätzen oder in anderen prekären Wohnsituationen leben müssen. Die Betreiber dieser Einrichtungen sind mit der ihnen zwangsweise auferlegten pädagogischen Betreuung vollkommen überfordert. Schlimmer noch: sie sind in Gefahr! Diese unbetreuten Patienten sind in ihrer Hilflosigkeit und ihrer Verbitterung eine Gefahr für sich und ihre Umwelt.
Aus internationalen Studien weiss die psychiatrische Fachwelt, dass die Gefahr eines Impulskontrollverlustes bei Langzeitpatienten in solchen unbetreuten Situationen sehr gross ist. Sie werden durch diese Umstände zu lebenden Zeitbomben. Wenn diesen Menschen dann auch noch die Aufnahme in den dafür vorgesehenen Kliniken des Landes verwehrt wird, potenziert sich ihre Verzweiflung, ihre Panik und ihre Amokbereitschaft noch um ein Vielfaches! Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um strukturelle Gewalt und Folter.
Was gedenken Sie, Frau Thull, in der nächsten Legislaturperiode zu tun um diese grosse Gefahr für die Bevölkerung speziell des Nordens zu beseitigen? Herr Professor Werner hat im Saarland die psychiatrische Anstalt aus menschenrechtsrelevanten Gründen abgeschafft. Werden Sie sich ebenfalls für diese Lösung einsetzen?
"Wer vor der Vergangenheit die Augen verschliesst wird nicht nur blind für die Gegenwart: er wird schlichtweg unfähig zur Zukunftsgestaltung. Auch in einer postmodernen Gesellschaft braucht Zukunft Erinnerung. Nur so sind Versöhnung, Vergebung, Heilung, Fortschritt möglich." (Ady Richard, Luxemburger Wort, 08.10.2007)
Hochachtungsvoll
, Psychologe im CHNP und Gründer der LGSP (Letzebuerger Gesellschaft fier Sozialpsychiatrie)
Äntwert vum Marthy Thull
2Recommandatiounen
28.05.2009
Marthy Thull
Guten Tag ,

Ich kenne selbst auch einige Ex-Langzeitpatienten die aus dem CHNP, die in eigene Wohnungen "ausgelagert" wurden und ohne Betreuung, alleine gelassen mit ihren Ängsten. Und das Problem ist nirgendwo sichtbarer als in Ettelbruck. Selbst der Ettelbrücker Schöffenrat hat eine Anfrage für Unterredung mit dem Gesundheitsminister beantragt weil verunsicherte Bürger sich beklagen.

Für "déi gréng" gibt es zwei grundsätzliche Lösungsansätze, und wir werden uns dafür einsetzen diese schnellsmöglich umzusetzen:

1.) Die Schaffung von betreuten Wohnstrukturen. d.h.: Wohngemeinschaften vun Langzeitpatienten mit Intensivbetreuung von qualifizierten Personal tagsüber. Hier sollen sie lernen den Alltag zu bewältigen um, wenn möglich, in einer späteren Etappe autonom in einer eigenen Wohung leben zu können. Du weisst genau so gut wie ich, dass dieses Ziel nicht bei jedem Patienten erreicht wird. Es bedeutet jedoch auch für diese Menschen ein wesendliche Verbesserung der Lebenqualität wenn sie ihr Leben in einer solchen Wohngemeinschaft leben können. Diese Strukturen müssen übers ganze Land verteilt geschaffen werden, aber immer in Berücksichtigung der öffentlichen Dienstleistungen; d.h. : in grösseren Gemeinden, mit guten öffentlichen Verkehrsmöglichkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und vielen Angeboten für das soziale Zusammenleben. Es ist ungesund solche betreute Wohnstrukturen auf das Nordstadgebiet zu konzentrieren.

2.) Ausbau der Betreuung zu Hause (SPAD) . Es bestehen Ansätze, die jedoch ungenügend sind! Es gilt die Leistungsätze der Pflegeversicherung derhinsichtlich zu erhöhen. Bei der Wahl der Wohnung muss die Herkunft des Patienten berücksichtigt werden, soziale (Re)Integration muss gefördert werden.

Integration statt Gettoisierung, ist die Devise die "déi gréng" verfolgen. Klassische Psychiatrieanstalten haben ausgedient in einer modernen Gesellschaft. Die Akutpsychiatrie wurde auf vier Hauptkliniken verteilt, was ein guter Ansatz ist. Weitere dezentrale Strukturen müssen dringendst geschaffen werden.

Marthy Thull
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Är Fro un Marthy Thull
D'Froenfunktioun gouf entre-temps zou gemaach.