Mill Majerus (CSV)
Kandidat Chamber 2009
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Mill Majerus
Joergang
1950
Berufflech Qualifikatioun
licencié en sciences familiales et sexologiques, formé en psychosociologie
Ausgeübte Professioun
1er Conseiller de Gouvernement am Familjeministère
Uertschaft
-
Walkrees
Zentrum
Landeslëschteplaatz
-
(...) Mit Ihnen zusammen freue ich mich über die unbestreitbaren Fortschritte, die in den letzten Jahren im Bereich der medizinischen und psychosozialen Betreuung von psychisch kranken Menschen erreicht wurden: Einrichtung von psychiatrischen Einheiten in allen regionalen Krankenhäusern, fachgerechte Anamnese und multidisziplinäre Diagnose, Erstellung und regelmä?ige Evaluierung von Therapie- und Betreuungsplänen, adäquatere Betreuung von demenzkranken Senioren in den Altenpflegeheimen und Pflegetagesstätten, Schaffung von spezifischen kinder- und jugendpsychiatrischen Einheiten, Gründung therapeutischer Werkstätten, Einrichtung dezentraler Einheiten für betreutes Wohnen, gezielte Unterstützung pflegender Angehöriger… Bei dieser sehr vielfältigen und durch international anerkannte Experten gestützten Entwicklung hat das "Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique", auf das Sie spezifisch hinweisen, eine wichtige Leaderfunktion übernommen. (...)
 
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Froen un Mill Majerus
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Fro zum Thema Gesondheet
28.05.2009
Vum:

Guten Tag Herr Majerus,
am 18.11.2006 sagte Herr Professor Wulf Rössler im Luxemburger Wort: "Es gibt noch eine Reihe Langzeitpatienten im CHNP, aber wir haben Probleme sie in angemessenen Wohnungen ausserhalb unterzubringen. Familienpensionen im Norden des Landes sind keine Alternative." Ich kenne Betroffene, die in solchen unbetreuten Pensionen oder auf Campingplätzen oder in anderen prekären Wohnsituationen leben müssen. Die Betreiber dieser Einrichtungen sind mit der ihnen zwangsweise auferlegten Betreuung vollkommen überfordert. Schlimmer noch: sie sind in Gefahr! Diese unbetreuten Patienten sind in ihrer Hilflosigkeit und ihrer Verbitterung eine Gefahr für sich und ihre Umwelt.
Aus internationalen Studien weiss die psychiatrische Fachwelt, dass die Gefahr eines Impulskontrollverlustes bei Patienten in solchen unbetreuten Situationen sehr gross ist. Sie werden durch diese Umstände zu lebenden Zeitbomben. Wenn diesen Menschen dann auch noch die Aufnahme in den dafür vorgesehenen Kliniken des Landes verwehrt wird, potenziert sich ihre Verzweiflung, ihre Panik und ihre Amokbereitschaft noch um ein Vielfaches! Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um Gewalt und Folter.
Was gedenken Sie, Herr Majerus, in der nächsten Legislaturperiode zu tun um diese Gefahr für die Bevölkerung zu beseitigen?
Werden Sie sich für die Einsetzung einer Untersuchungskommission einsetzen, die die vermeintlichen Patientenmisshandlungen im luxemburgischen Psychiatriewesen untersucht?
Herr Professor Werner hat im Saarland die psychiatrische Anstalt aus menschenrechtsrelevanten Gründen abgeschafft. Werden Sie sich ebenfalls für diese Lösung einsetzen?
"Wer vor der Vergangenheit die Augen verschliesst wird nicht nur blind für die Gegenwart: er wird schlichtweg unfähig zur Zukunftsgestaltung. Nur so sind Versöhnung, Vergebung, Heilung, Fortschritt möglich." (Lux. Wort, 8.10.07)
Hochachtungsvoll
, Psychologe, Gründer der LGSP (Letzebuerger Gesellschaft fier Sozialpsychiatrie)
Äntwert vum Mill Majerus
3Recommandatiounen
29.05.2009
Mill Majerus
Lieber Herr ,

Ich bedanke mich für Ihre Frage, die sie gleichzeitig vielen anderen Kandidatinnen und Kandidaten gestellt haben. Ich kenne Sie persönlich und wei? um Ihr gro?zügiges Engagement im Interesse von Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in unserer Gesellschaft oft nur wenig beachtet werden.

Mit Ihnen zusammen freue ich mich über die unbestreitbaren Fortschritte, die in den letzten Jahren im Bereich der medizinischen und psychosozialen Betreuung von psychisch kranken Menschen erreicht wurden: Einrichtung von psychiatrischen Einheiten in allen regionalen Krankenhäusern, fachgerechte Anamnese und multidisziplinäre Diagnose, Erstellung und regelmä?ige Evaluierung von Therapie- und Betreuungsplänen, adäquatere Betreuung von demenzkranken Senioren in den Altenpflegeheimen und Pflegetagesstätten, Schaffung von spezifischen kinder- und jugendpsychiatrischen Einheiten, Gründung therapeutischer Werkstätten, Einrichtung dezentraler Einheiten für betreutes Wohnen, gezielte Unterstützung pflegender Angehöriger… Bei dieser sehr vielfältigen und durch international anerkannte Experten gestützten Entwicklung hat das "Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique", auf das Sie spezifisch hinweisen, eine wichtige Leaderfunktion übernommen.

Ich weiss, mit welch hohem Engagement Sie sich für die Menschenrechte der betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen. Dabei müssen gleichzeitig der Anspruch auf Schutz und Bewahrung so wie das Recht auf Selbstbestimmung und soziale Partizipation beachtet werden. Das Eingreifen gegen den Willen der unmittelbar Betroffenen ist an entsprechende gesetzliche Auflagen gekoppelt.

Medizinische und psychosoziale Betreuung ist vorerst ein Angebot, das Betroffenen zur Verfügung steht. Es ist selbstverständlich die Pflicht der medizinischen und psychosozialen Einrichtungen, psychisch Kranke und ihre Angehörigen über dieses Setting zu informieren und sie, falls dies fachlich wünschenswert ist, womöglich dafür zu gewinnen. In den meisten Fällen liegt die Entscheidung aber bei dem Kranken, und dies ist für unsere Partei so auch stimmig.

Auch und besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzt die CSV sich dafür ein, dass die entsprechenden Angebote ausgebaut, diversifiziert und vernetzt werden: Betreuung zu Hause, Unterstützung der Familien, Begegnungsstätten, geschützte Werkstätten, gezielte soziale und berufliche Eingliederungsma?nahmen…

Aus persönlichen Gesprächen mit Ihnen wei? ich um Ihre berechtigte Sorge, Unrecht, das zugefügt und/oder erlitten wurde, als solches zu benennen und aufzuarbeiten. Es ist dies ein besonders sensibles Thema in allen Einrichtungen, deren Aufgabe darin besteht, Menschen gelegentlich auch ohne ihr Einverständnis festzuhalten und zu "behandeln". Politiker sollten Einrichtungen motivieren, ihre Geschichte kritisch zu evaluieren. Ich denke, dass dabei aber vorerst kompetente externe Fachleute gefragt sind.

Mit Ihnen teile ich die Überzeugung, dass eine menschenfreundliche Gesellschaft es sich nicht leisten darf, ihre "schwachen" Mitglieder zu vernachlässigen oder auszusondern. Dabei dürfen psychische kranke Mitmenschen nicht vergessen werden.

Mit besten Grüssen,
Mill Majerus
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Är Fro un Mill Majerus
D'Froenfunktioun gouf entre-temps zou gemaach.