1. Zukunft der Landwirtschaft
Europa wie auch Luxemburg brauchen eine moderne, effiziente aber auch auf
Nachhaltigkeit ausgerichtete Landwirtschaft. Junge Menschen müssen in diesem
Sektor wieder eine Chance für ihre berufliche Zukunft sehen können. Dafür
darf die Landwirtschaft nicht einfach den Marktkräften ausgesetzt werden.
Wir brauchen auch weiter Marktregulierung. Auch darf der Weltmarkt nicht
allein die Entwicklung des Agrarsektors bestimmen. Die anhaltende Steigerung
der Weltbevölkerung sowie die Veränderung der klimatischen Verhältnisse
riskieren mittelfristig eine Ernährungskrise zu provozieren. Deshalb ist der
Erhalt der Landwirtschaft auch bei uns sehr wichtig, da Nahrungssicherheit
wieder zum Thema werden kann.
- Gewisse Ausrichtungen der gemeinsamen Agrarpolitik überdenken; nicht
weiter liberalisieren sondern gewisse Regulierungsmechanismen beibehalten,
respektiv erneueren.
- Die Preisgestaltung, die zwar vor allem Resultat zwischen Nachfrage und
Angebot ist, mehr lenken indem die Interessen der Produzenten besser
berücksichtigt werden.
- Auf Qualitätsprodukte setzen, das heisst auch die Nachhaltigkeit
berücksichtigen. Das ist aber nur möglich wenn der Preisverfall gestoppt
wird.
- In den WTO-Verhandlungen darf es nicht zu einer totalen Liberalisierung
kommen, die die sehr unterschiedlichen Produktionsbedingungen und
Strukturen total verkennt.
2. Milchwirtschaft
- Auf europäischem Plan marktregulierende Maßnahmen vornehmen (um die Preise
zu stützen). Der Agrarrat, der am 25. Mai zusammenkommt, müsste sich der
Problematik annehmen.
- Den Abbau des Quotensystems aussetzen und nur dann wieder aufnehmen wenn
der Markt sich wieder stabilisiert hat.
- Mittelfristig ein flexibles Marktlenkungssystem schaffen.
- Kurzfristige finanzielle Hilfsmaßnahmen für die Milchproduzenten bis der
Markt sich stabilisiert hat (z.b. Vorziehen von Beihilfen ?)
- Die Beziehungen zwischen Produzenten und Abnehmern (Molkerei,
Lebensmittelketten) neu gestalten.
Karin Zanders
Secrétaire du Ministre délégué Nicolas Schmit