Tania Giberyen (ADR)
Kandidatin Chamber 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Tania Giberyen
Joergang
1977
Berufflech Qualifikatioun
Economiesproff, Doktorantin
Ausgeübte Professioun
Ministère de l'Education National (LTL), Université Laval (Centre d'Études Nordiques)
Uertschaft
-
Walkrees
Süden
Landeslëschteplaatz
-
Ich danke Ihnen für Ihre Anfrage bezüglich der Haltung unserer Partei zum Problem der Unterbringung von Langzeitpatienten des CHNP , welche im Rahmen der Psychiatriereform im Zuge einer Dezentralisierung und Dehospitalisierung in noch immer nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehenden angemessen und differenziert betreuten Wohneinrichtungen untergebracht werden können. (...)
 
Froen un Tania Giberyen
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Fro zum Thema Gesondheet
28.05.2009
Vum:

Guten Tag Frau Giberyen,
am 18.11.2006 sagte Herr Professor Wulf Rössler im Luxemburger Wort: "Es gibt noch eine Reihe Langzeitpatienten im CHNP, aber wir haben Probleme sie in angemessenen Wohnungen ausserhalb unterzubringen. Familienpensionen im Norden des Landes sind keine Alternative." Ich kenne Betroffene, die in solchen unbetreuten Pensionen oder auf Campingplätzen oder in anderen prekären Wohnsituationen leben müssen. Die Betreiber dieser Einrichtungen sind mit der ihnen zwangsweise auferlegten Betreuung vollkommen überfordert. Schlimmer noch: sie sind in Gefahr! Diese unbetreuten Patienten sind in ihrer Hilflosigkeit und ihrer Verbitterung eine Gefahr für sich und ihre Umwelt.
Aus internationalen Studien weiss die psychiatrische Fachwelt, dass die Gefahr eines Impulskontrollverlustes bei Patienten in solchen unbetreuten Situationen sehr gross ist. Sie werden durch diese Umstände zu lebenden Zeitbomben. Wenn diesen Menschen dann auch noch die Aufnahme in den dafür vorgesehenen Kliniken des Landes verwehrt wird, potenziert sich ihre Verzweiflung, ihre Panik und ihre Amokbereitschaft noch um ein Vielfaches! Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um Gewalt und Folter.
Was gedenken Sie, Frau Giberyen, in der nächsten Legislaturperiode zu tun um diese Gefahr für die Bevölkerung zu beseitigen?
Werden Sie sich für die Einsetzung einer Untersuchungskommission einsetzen, die die vermeintlichen Patientenmisshandlungen im luxemburgischen Psychiatriewesen untersucht?
Herr Professor Werner hat im Saarland die psychiatrische Anstalt aus menschenrechtsrelevanten Gründen abgeschafft. Werden Sie sich ebenfalls für diese Lösung einsetzen?
"Wer vor der Vergangenheit die Augen verschliesst wird nicht nur blind für die Gegenwart: er wird schlichtweg unfähig zur Zukunftsgestaltung. Nur so sind Versöhnung, Vergebung, Heilung, Fortschritt möglich." (Lux. Wort, 8.10.07)
Hochachtungsvoll
, Psychologe, Gründer der LGSP (Letzebuerger Gesellschaft fier Sozialpsychiatrie)
Äntwert vum Tania Giberyen
bis elo kengRecommandatiounen
28.05.2009
Tania Giberyen
Sehr geehrter Herr ,

Ich danke Ihnen für Ihre Anfrage bezüglich der Haltung unserer Partei zum Problem der Unterbringung von Langzeitpatienten des CHNP , welche im Rahmen der Psychiatriereform im Zuge einer Dezentralisierung und Dehospitalisierung in noch immer nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehenden angemessen und differenziert betreuten Wohneinrichtungen untergebracht werden können. Die adr schliesst sich der diesbezüglichen Stellungnahme von Prof. Rössler vom 16.4.2009 (Psychiatrie Luxemburg : Stand der Umsetzung der Empfehlungen der Planungsstudie 2005) voll-inhaltlich an :

« Nach der Erhebung 2004 standen im Rahmen des geschützten Wohnens 138 Wohnplätze zur Verfügung. Davon entfielen allerdings 27 Plätze auf ausgegliederte Wohnangebote des CHNP, die sich auf 24 Plätze für Patienten mit Substanzerkrankungen und drei Einzelwohnplätze mit Betreuung durch den Heimpflegedienst SPAD aufteilen. Neben diesen gab es 111 Wohnplätze für allgemeinpsychiatrische Patienten. Obwohl seit 1992 grosse Bemühungen zum Ausbau der Wohneinrichtungen getätigt wurden, standen 2004 mit insgesamt 138 Wohnplätzen noch immer deutlich zu wenig begleitete Wohnmöglichkeiten zur Verfügung. In Anlehnung an die (noch heute gültigen) Richtlinien der WHO wurde bereits 1992 auf die Notwendigkeit von rund 300 Wohnplätzen hingewiesen. 2004 fiel darüber hinaus auf, dass abgestufte, den verschiedenen Schweregraden der Krankheit angepasste Wohnformen, auch unzureichend vorgehalten werden. Es fehlten dabei insbesondere vollzeitbetreute Einrichtungen, wie z.B. Foyers médicalisés. Der ungedeckte Bedarf an diversifizierten Wohnplätzen spiegelte sich in der überproportionalen und nicht wünschenswerten Betreuung chronisch Kranker in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe und in Familienpensionen sowie einer grossen Anzahl Langzeitpatienten im CHNP wider. »

Wir werden uns auch dafür einsetzen, politisch und finanziell alle Voraussetzungen zu schaffen, diese wichtige Etappe der Psychiatriereform in Luxemburg voranzubringen.
Sollten sich weiters Hinweise auf Vernachlässigungen und Missbrauchsituationen im Bereich der ambulanten oder stationären Psychiatrie finden, so werden wir uns im Parlament für die Einsetzung einer Sachverständigen-Kommission, welche dem Parlament Bericht erstatten muss , einsetzen.
In der Hoffnung, Ihre Frage in ausreichender Weise beantwortet zu haben, verbleibe ich hochachtungsvoll.

Tania Gibéryen (adr)
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Är Fro un Tania Giberyen
D'Froenfunktioun gouf entre-temps zou gemaach.